Ein originales Apple MacBook Pro für unter 300€ – Geht das? Und lohnt sich das? (Teil 3)

Nach vielem Hin- und Her, über welches man in den letzten Artikeln lesen kann, hat der Verkäufer es nun geschafft das Gerät zu reparieren und hat es mir sogar persönlich vorbei gebracht! Wie nett! 🙂

Ganz ausführlich testen konnte ich das Gerät natürlich noch nicht, schließlich habe ich es gerade mal gute 24 Stunden. In der Zeit konnte ich mir jedoch einen guten ersten Überblick verschaffen, was so ein fast acht Jahre altes Gerät heutzutage noch so leisten kann. Es wird eine Menge Überraschungen geben!


2009 erschien das 13″ große MacBook Pro mit 4GB Arbeitsspeicher und 250GB Festplattenspeicher für um die 1400 Euro. Bis 2010 wurde es verkauft und hat seitdem ausgedient. All zu viel merkt man davon aber tatsächlich nicht. Natürlich ist es seinen aktuellsten Kollegen völlig unterlegen, für den Alltagsgebrauch und knapp 300 Euro aber noch zu einer Menge fähig und tatsächlich vielen Neugeräten in der Preisklasse immer noch überlegen.

Klar ist, dass Apple nach und nach solche Geräte nicht mehr länger unterstützen möchte. Man toleriert zwar, dass der Kunde damals dafür eine Menge Geld hingeblättert hat, aber irgendwann muss auch mal gut sein. So ungefähr scheint es zumindest. Das neuste macOS Sierra wird auf meinem Gerät, welches irgendwann einmal auf 8GB Arbeitsspeicher und eine 500GB HDD aufgerüstet wurde, nicht mehr unterstützt, jedoch der Vorgänger aus dem Jahre 2015, womit das Gerät an sich doch noch recht aktuell läuft.

Ausgeliefert wurde es mit Mac OS X Snow Leopard, welches noch von 2009 stammt und sichtlich veraltet war. Bei solch einem Kauf rate ich dann auch dringend zum Update, was gar nicht so schwer ist. Andernfalls könnt ihr Facebook nur noch in der Mobil-Variante, Googlemail nur noch in der HTML-Version und YouTube nur im Kleinformat nutzen.

Technisch ist das MacBook auch in Ordnung. Zwar hat es nur ein stink-normales Touchpad, wobei auch hier eine vernünftige Gestensteuerung möglich und sinnvoll ist, und auch keine Touchbar, dafür aber eine ganze “Menge” an Anschlüssen. Zumindest braucht man hier noch keinen Adapter, um überhaupt etwas am Gerät betreiben zu können. Denn es kommt mit DVD-Laufwerk, zwei USB-Anschlüssen, einem älteren Thunderbolt, einem Audio-Ausgang, Ethernet, einem FireWire-Anschluss und einem SD-Kartenleser. Ab dem 15″-Modell kann man dann noch einen Audio-Eingang haben, wobei ich hier nicht getestet habe, ob der Audio-Ausgang beim 13″-er auch als Audioeingang dienen kann. (Wird nachgeholt) Im Endeffekt ist mir das 13″-Modell dann aber lieber. Ich persönlich würde wahrscheinlich niemals so viel Geld für ein neues MacBook ausgeben, auch wenn es tolle Geräte sind. Überlegen ist es selbst aktuellen Geräten durch die kleinen Details, die Apple vielleicht so besonders machen. Das Mikrofon klingt zum Beispiel nicht wie eine Toilettenspülung, sondern hat einen vernünftig klaren Klang, welcher zum telefonieren völlig ausreicht. Die Lautsprecher sind in Ordnung und die Tastaturbeleuchtung kann sich zum Beispiel zum Strom sparen selbst regulieren. Viele andere schaffen selbst solche Kleinigkeiten nicht.

Quelle: notebookcheck.com

Speziell in meinem Fall hatte ich Glück, denn neben der lange Wartezeit hat sich aber herausgestellt, dass der Laptop in einem super Zustand ist und noch alles funktioniert. Lediglich ein paar kleine Kratzer zeigen sich besonders an der Unterseite und der Akku, der sowieso nie sonderlich lange hielt, hat seine besten Tage hinter sich. Aber es ist der Original-Akku und kann relativ einfach und günstig mal in ein oder zwei Jahren ausgetauscht werden. (Rund 45€) Noch läuft er aber bis zu 3,5 Stunden.

Beim surfen und Mails schreiben, sowie beim Bearbeiten von Office-Dokumenten oder Fotos macht das Gerät gar keine Probleme und macht alles brav mit. Vor allem überzeugt hier die Schnelligkeit und Stabilität von Safari. Auch Videos in Full-HD und Vollbild schauen funktioniert einwandfrei, so wie es der Videomacher in Teil 1 beschrieben hatte. Im Prinzip funktioniert auch alles andere. Hin- und wieder merkt man, dass das MacBook nicht durch eine SSD, sondern durch eine normale Festplatte betrieben wird. Etwas längere Ladezeiten und seltene Ruckler sind so zu erwarten. Erstaunt hat mich der Test mit den Spielen. Erstens ließen sich Steam oder auch Minecraft ohne Probleme installieren und öffnen, und zweitens läuft Minecraft zumindest auf den niedrigsten Standardeinstellungen super flüssig. Höhere Einstellungen habe ich nicht getestet, ich denke aber, dass das bei Minecraft auch gar nicht nötig ist. Auch Terraria und Garry’s Mod ließen sich installieren und laufen flüssig, wobei Garry’s Mod jedoch selbst auf den niedrigsten Einstellungen das Ding fordert. Bei Programmen wie iMovie oder Garage Band funktioniert zwar alles, jedoch ist es hier nicht ganz so smooth. Arbeiten lässt sich damit jedoch trotzdem. Zudem stört hier, dass durch das voherige Mac OS X Snow Leopard eine Menge an Updates herundergeladen werden müssen.

  • Hierfür muss ich mich entschuldigen, ich habe das OBS, welches ich zum aufnehmen benutzt habe nicht korrekt konfiguriert und auch das erste Mal mit iMovie geschnitten. Zudem ist das W-Lan in diesem Bereich nicht so gut gewesen, worunter die Qualität des Videos leidet. Es sollte lediglich einmal beweisen, dass das MacBook noch immer rund läuft.

Auch bei der allgemeinen Kompatibilität kommt man ins Staunen, denn auf der Suche nach den von mir am häufigsten genutzen Programmen wurde ich fast immer fündig oder fand eine gute Alternative. Wie im Beispiel Notepad++, welches ich auf dem Mac leider durch TextWrangler ersetzen musste. Alles in allem taugt das Programm aber für seine Zwecke. Außerdem möchte ich für meine Bildbearbeitung vorübergehend PhotoScape X testen, denn das Programm im Zusammenhang mit dem Arbeiten am Mac scheint ein recht gutes Konzept zu sein.

Gut finde ich natürlich die Handlichkeit, denn ich habe bereits Erfahrungen mit einem 17″ Laptop gemacht, welcher natürlich einen schönen großen Bildschirm hat, jedoch aber zum Transportieren etwas zu sperrig war. Das MacBook ist da schon etwas praktischer, auch wenn sein Bruder, das MacBook Air da wahrscheinlich die Nase vorn hat. Auch das Betriebssystem ist super. Da habe ich bereits die gute Gestensteuerung erwähnt, so muss man auch die Kompatibilität mit Windows-Rechnern hochloben. Die Verbindung mit meinem an einen Windows-Rechner angeschlossenem Drucker konnte sofort hergestellt werden und auch auf meine Dateien kann ich zugreifen. Optisch ist das ganze auch ein Augenschmaus und funktionell obendrein.

Für interne Apps gibt es eine Menge Alternativen, allerdings ist es hier doch ähnlich wie bei Windows. Hat man sich einmal hineingefunden, möchte man auch gar keine Alternativen Programme sondern nutzt eigentlich recht gern iTunes, Mail, QuickTime und co.. Ein einziges Problem ist mir hier aufgefallen: Möchte man das wirklich gute und kostenlose Softwarebündel iWork haben, welches für Office-Anwendungen gut geeignet ist, braucht man entweder ein Gerät ab 2013 oder man kauft die alte Version von 2009 für ungefähr 60 Euro. Eine gute Alternative wäre hier wohl Google Docs.

Alles in Allem also hoffe ich hier einen guten ersten Eindruck vermittelt zu haben und kann sagen, dass sich der kauf bis jetzt vollends gelohnt hat und ich jedem den Versuch, solch ein Schnäppchen zu machen nur ans Herz legen kann. Es macht zumindest mehr Sinn als ein 300 Euro teurem Netbook. Zumindest in meinen Augen. Eventuell gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal auf weitere Details ein, genaueres steht da aber noch nicht fest. 🙂


Falls noch nicht getan: Gern auch Teil 1 und Teil 2 lesen! 🙂

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